Wir kommen aus der Landwirtschaft, aus der Kunst, aus der Gärtnerei, oder ganz woanders her und räumlich ebenso aus allen Teilen Deutschlands und haben genauso unterschiedliche Wege zu unserem Hof gefunden. Für den einen war es schon immer wichtig, das Land traditionell und wirklich landwirtschaftlich zu „bewirten“, für den anderen sind die politisch-ökonomischen Aspekte, die sich besonders in der solidarischen Landwirtschaft niederschlagen besonders herausstechend, für den nächsten ist es die enorme Kraft der Gestaltung, die man als Mensch hat, wenn man einen Hof wirklich mit Leib und Seele erträumt und entwickelt, für den nächsten ist es einfach logisch, draußen zu arbeiten und mit Sonne, Wind und Regen in Kontakt zu sein. Was uns verbindet, ist das Wissen um die Verantwortung, die wir für das Land, die Pflanzen, die Tiere gerne tragen wollen und der Wunsch, es den Lebewesen des Hofes so schön wie möglich zu machen.

Die meisten von uns kennen sich schon länger, andere sind hier auf dem Hof dazugekommen, zum Teil haben wir zusammen Ökologische Agrarwissenschaften in Witzenhausen (Uni Kassel) studiert, was zwei Diplom-Landwirte unter uns hervorgebracht hat. Zwischendrin wurden Familien gegründet und andere Berufe ausgeübt, Familien sind auf dem Hof weitergewachsen. Es gibt auf dem Hof Diplom-Kunsttherapeuten und -Pädagogen, Heilerziehungspfleger oder auch Schäfer oder Gärtner oder Gastronomen aus Leidenschaft. Es gibt einige Berufe und Berufungen, denn so vielschichtig wie ein Hof wünschenswerterweise ist, so vielschichtig sind auch die Kompetenzen und Freuden, das Interesse und der Enthusiasmus für das was wir tun.

Genauso gibt es in unserem kleinen Idyll auch die normale Welt, mit der Bürokratie, der Steuer, den Ämtern und menschlichen Gefühlen der Erschöpfung, der Frustration und alles, was zu einem ganz normalen Leben eben dazugehört. Um dem Ganzen mit einer Struktur begegnen zu können, die uns das Gefühl gibt, uns gegenseitig gut stützen zu können, haben wir uns unter anderem auch aufgeteilt in „geschäftsführende“ und „angestellte“ undsoweiter… aber hinter diesen Bezeichnungen stehen momentan auf dem WeidenHof 6 Menschen, – mit unserem Lehrling 7! – die gemeinsam mit den Tieren des Hofes dafür Sorge tragen wollen, dass dieser Ort hier weiterhin aufblüht, lebt, sich entfaltet und noch Raum für weitere Träume hat. Nicht zu vergessen, dass derzeit 180 Mitglieder eine solide Basis bilden, die all dem, was wir hier tun mit ihrem Vertrauen und ihrem Glauben an uns ein Fundament geben, auf dem wir weiterbauen können.


Anke auf der Weide mit Milchschafen
Anke Goertsches
Die Schäferin

Anke Goertsches, geschäftsführende Gesellschafterin auf dem Hof, hat Kunsttherapie- und Pädagogik studiert, Kunst in Oberstufenklassen unterrichtet und über das Material Wolle ihre Liebe zu den Schafen gefunden. Über die Nähe zu Witzenhäuser Absolventen mit einem soliden Wissen zur ökologischen Schafhaltung ausgestattet und durch eigene Bemühungen nun zur Schäferin geworden. Hier auf dem WeidenHof bringt sie nun Menschen und Schafe zusammen in regelmäßigen Angeboten für Mitglieder, die Tiere zu besuchen oder Kindergartenprojekten, in denen Kindern das Erleben der natürlichen Zusammenhänge ermöglicht wird. Sie betreut die Mitgliederkommunikation und Kontaktanfragen, schreibt Rundbriefe, fast alle Texte der Website und ist Mutter von zwei Kindern.


David auf dem Acker
David Goertsches
Der Gärtner

David Goertsches, geschäftsführender Gesellschafter, war schon immer Gärtner, erst Geselle und hat danach ökologische Agrarwissenschaften studiert. Angefangen hat es mit einem kleinen privaten Gemüsegarten, um ökologisch angebautes, knackfrisches Gemüse auf dem eigenen Teller zu haben - nun ist er diplomierter Agraringenieur und leitet die Gärtnerei auf dem WeidenHof. Er übernimmt einen Haufen Bürokratie, betreut diese Website, kümmert sich um die Mitgliederverwaltung und ist ganz gerne auch mal Fotograph. Außerdem ist er Vater von zwei Kindern.


Martin mit Lumpi
Martin Ulowetz
Der Bauer

Martin Ulowetz, geschäftsführender Gesellschafter, hat eine staatliche Ausbildung zum Landwirt. Um sein Wissen zu vertiefen, hat er ökologische Agrarwissenschaften studiert. Da ein „richtiger“ Landwirt aber nie aufhören kann, zu landwirtschaften, hat er nebenbei auf zwei Biobetrieben gearbeitet, Käse auf der Alp gemacht und eine eigene kleine Tierhaltung mit Kälbern, Ziegen, Schafen und Gänsen und Hühnern gehabt. Nun ist er Landwirt und diplomierter Agraringenieur Nachdem er unter anderem schon mal auf einem anderen Demeterhof eigenverantwortlich für eine 20köpfige Milchviehherde und dem dazugehörigen Drumherum mit Futterwerbung, Versorgung der Tiere, Melken usw. zuständig war, haben wir uns auf dem WeidenHof wieder zusammengefunden. Hier ist er nun da für unsere Mutterkühe, die Hühner, die Ziegen, die Gänse, den Ackerbau, die Weidepflege und die Futterwerbung. Außerdem kümmert sich um die biologisch-dynamischen Präparate.

 

Und dann gibt es noch Wiebke, Reina und Hannes. Wiebke ist Martins Lebensgefährtin, gelernte Staudengärtnerin, Heilpflanzenliebhaberin, hat in verschiedenen Käsereien gearbeitet und hat mit Jugendlichen zusammen einen historischen Gemüsegarten bewirtschaftet. Gerade ist sie Heilerziehungspflegerin geworden und ist nun erstmal zum WeidenHof gekommen, um in der Gärtnerei zu arbeiten. Außerdem unterstützt sie Martin zum Beispiel bei den Hühnern, versorgt mit die Kühe und kümmert sich liebevoll um Ecken des Hofes, die dringend einer Aufräumaktion bedürfen. Reina ist als langjährige Freundin auf den Hof gekommen und hat einfach mal mitangepackt, wo Hilfe notwendig war. Mittlerweile ist sie die Schnellste im Pflanzen und rockt in der Gärtnerei. Dort ist sie nun auch hauptsächlich tätig. Doch weiterhin ist sie unsere Freundin, die überall mitanpackt, wo Hilfe nötig ist, ob bei der Versorgung der Schafe, Betreuung der Kinder, bei Kuhgeburten, beim Kochen oder beim Heuwenden. Im Büro entlastet sie uns genauso wie beim regelmäßigen Ein- und Aufräumen des Depots auf dem Hof. Hannes kam als Praktikant zum Hof und wollte gerne solidarische Landwirtschaft live erleben. Irgendwie hat es so gut funktioniert miteinander, dass er nun ganz dageblieben ist. Ernährung war schon länger sein Thema, obwohl er ein abgeschlossenes Studium als Bauingenieur hatte. Er hat lange Jahre ein Restaurant geführt, mit dem er versucht hat, andere Wege zu finden, als Essen wegzuwerfen und Fertigprodukte anzubieten. Aber irgendwie hat es ihn dann doch aus der Stadt raus aufs Land gezogen. Hier in der Urproduktion, in der Nähe zur Natur, in der regionalen Wertschöpfung mit und für die Menschen kann er sich nun anstatt in der Großstadthektik auf dem Gemüseacker austoben.